Medien und Kritik – Das Online Magazin

Weitere Spuren des Bösen – Aichholzer Film

Posted in Fernsehproduktion, Film, Termindienst by Pangloss on 7. September 2013
Spuren des Bösen ziehen durch Wien und den deutschen Verhörspezialisten Richard Brock an.  Der dritte Teil schließt die Kriminalreihe ab. Die nun verfügbare DVD-Box soll den künstlerischen Werkcharakter abseits des schnelldrehenden Fernsehgeschäfts betonen.  (Fotoquelle: Einladung des ORF zum Prescreening im Wiener Urania-Kino am 24. September 2013)

Spuren des Bösen ziehen durch Wien und den deutschen Verhörspezialisten Richard Brock an. Der dritte Teil schließt die Kriminalreihe ab. Die nun verfügbare DVD-Box soll den künstlerischen Werkcharakter abseits des schnelldrehenden Fernsehgeschäfts betonen. (Fotoquelle: Einladung des ORF zum Prescreening im Wiener Urania-Kino am 24. September 2013)

(Wien, im September 2013) Man kann sich noch an den Filmeinstieg des zweiten Teils erinnern: Ein Mann steht im Buch-Antiquariat in der Wiener Innenstadt, zieht eine Schusswaffe und macht sein helles Hirn zu rotem Fruchtfleisch. Das war der Auftakt zu einem Spießroutenlauf durch ein verschwiegenes Großbürgermilieu, in dem der Vater mit der Tochter mehr als Umgang hat, alle Familienmitglieder Bescheid wissen, aber aus Angst vor dem drohenden materiellen Verlust wegschauen. Teil Zwei der mittlerweile zur Reihe mutierten „Spuren des Bösen“ (Produktion Aichholzer Film, ORF und ZDF) hieß „Racheengel“. Durch das intensive Kammerspiel von deutschsprachigen Schauspielgrößen, die Nebenrollen wie Hauptrollen spielten (Cornelius „Jedermann“ Obonya, Heino Ferch, Ursula Strauss, Friedrich von Thun, Erwin Steinhauer, Hannelore Elsner), erhielt der Fernsehfilm psychodramatisches Flimmern und Schauwert.

Zauberberg

Eingestimmt durch den Erfolg beim Gebührenzahler in Deutschland und Österreich, wird nun ein dritter Teil angeschlossen, alle drei Teile, die abgeschlossene Geschichten erzählten, zu einer Trilogie als DVD-Box verpackt und über den versierten Medienvertrieb Hoanzl für Anhänger des Heimkinos an den Konsumenten gebracht. Der dritte Teil mit Titel „Zauberberg“ wird am 24. September 2013 ab 19 Uhr im Wiener Urania Kino 250 ausgewählten Freunden des deutschsprachigen Films vorab präsentiert, ehe der vorerst letzte Teil am 4. Dezember 2013 in ORF 2 zum Hauptabend ausgestrahlt wird.

Prämiertes Drehbuch

Die Bücher zu „Spuren des Bösen“ stammen von Martin Ambrosch, jahrelang verlässlicher Drehbuchlieferant für „SOKO Kitzbühel“ (neun von 150 Folgen stammen aus seiner Feder), der 2011 für die ersten beiden Teile von „Spuren des Bösen“ sowohl den „Romy Akademiepreis“ als auch den „Thomas Pluch Drehbuchpreis“ errang. Im Drehbuchsektor ist das in Österreich das maximale Lob für Arbeit. Folglich ist zu erwarten, dass auch der dritte Teil beim deutschsprachigen Publikum Nervenkitzel erzeugt.

Arthouse-Spezialist

Dass das Projekt „Spuren des Bösen“ so professionell aufgebaut ist, liegt auch am Wiener Produzenten hinter der Trilogie: Josef Aichholzer ist ein alter Hase im Filmgewerbe. Seit 1979 dabei, begründete er das Votivkino in der Wiener Währingerstraße, das die Fahne als Arthouse-Programmkino bis heute gegen den Cineplexx-Orkan der Blockbuster im Wind hält. Aichholzer agiert seit 15 Jahren ausschließlich als Strippenzieher und Geldauftreiber im Hintergrund und produzierte mit seiner „AI Film“ eine Zahl publikumswirksamer Werke. Etwa die „Wanderhure“-Kino-Trilogie, aber auch den Film, mit dem Regisseur Stefan Ruzowitzky 2008 immerhin gegen starke Konkurrenz den Auslandsoscar gewann: Die Fälscher. Nun landet Aichholzer mit der „Spuren des Bösen“-Fernseh-Triologie beachtlichen Erfolg beim Publikum.

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Timeline:

Präsentation Spuren im Bösen Teil 3 „Zauberberg“ – 24. September 2013, ab 19 Uhr (nur geladene Gäste, geschlossene Gesellschaft), Urania-Kino (Part of Cineplexx)

Ausstrahlung Spuren des Bösen Teil 3 „Zauberberg“ – 4. Dezember 2013, voraussichtlich 20 Uhr 15 in ORF 2 (für alle GIS-Kunden im Äther)

Marcus J. Oswald (Ressort: Termindienst, Film, Fernsehproduktion)

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Demo für Julian Assange und Team Wikileaks – Termin

Posted in Termindienst by Pangloss on 20. Dezember 2010

Der Wiener Verein Quintessenz, der einmal im Jahr die Big Brother Awards verleiht, ruft zu einer Demonstration für Julian Assange und Informationsfreiheit auf. (Foto: Logo)

(Wien, am 20. Dezember 2010) Für den 22. Dezember 2010 ist in Wien eine Demo aufgerufen, die sich Julian Assange und dem Team Wikileaks widmet. Die Aufrufer rund um den Verein Quintessenz in der Ankündigung: „Lassen sie am Mittwoch, den 22. Dezember um 18 Uhr die Punschstände der Wiener Innenstadt links liegen. Begeben Sie sich zum Startfeld am Schwarzenbergplatz und werfen Sie dort ein paar Euro für Knicklichter ein. Bringen Sie statt Kerzen rote Gewänder und Brülltüten mit, um diese msg [Message] zu übermitteln: Freiheit für Julian Assange!“

Reinerlös an Wikileaks

Man geht für Informations- und Meinungsfreiheit und will mit Knicklichtern (Preis: 1 Euro) zeigen, dass man nicht einknickt. Die Demonstranten wollen ein „starkes Signal“ setzen. Denn: „Wenn etwa internationale Unternehmen uns in unserer Handlungsfähigkeit und Meinungsäußerung einschränken, indem sie unsere Spenden an WikiLeaks einfrieren, dann herrscht tatsächlich Alarmstufe ROT.“

Man wird vor Ort ein „Lichtermeer“ bilden und „rote Knicklichter“ verkaufen. Das sei das Zeichen für Solidarität mit WikiLeaks und demokratischen Grundrechten. Der Veranstalter empfiehlt keine eigenen Kerzen mitzubringen, da diese mit Wachs die Straße verunreinigen und eine Pönale der Stadt bringen. Man marschiert nicht nur für Julian, sondern es werden auch Spenden angenommen. Der Erlös der „Knicklichter“ geht an WikiLeaks, mehr noch: „Sämtliche Einnahmen und Ausgaben des Abends werden offengelegt – Ihr erfahrt, was mit jedem einzelnen Cent geschieht“, so die Veranstalter.

Knicklichtermeer

Die Wiener Organisatoren der Demo: „Unsere Justizministerin sagte zu Der Standard, dass Veröffentlichungen wie auf WikiLeaks in Österreich ‚theoretisch illegal‘ wären. Damit zeigt sie wieder einmal mehr, dass es in Ministerämtern nicht mehr um Qualifikation geht, sondern nur noch um die richtigen Seilschaften. Nichts an Wikileaks ist illegal, denn hier wurden Informationen zugespielt und veröffentlicht, wie es im Journalismus seit Jahrzehnten Usus ist. Daran darf sich auch nichts ändern! Millionen von Menschen starben im 20. Jahrhundert, damit man das System faschistoider Überwachung überwinden konnte und der Mensch ein Recht auf das Äußern der freien Meinung innerhalb einer demokratischen Gesellschaft leben kann – dieses Recht dürfen wir uns jetzt nicht wieder nehmen lassen!

„Erst an Spitze des Eisbergs“

Die Furcht der Politiker vor Wikileaks ist nicht unbegründet, wurden doch durch die aktuellen Cables Vertuschungen, Korruption und pure Respektlosigkeit aufgedeckt – und damit befinden wir uns erst an der Spitze des Eisbergs, denn es wurden noch weit nicht alle Cables veröffentlicht wurden. Wir haben ein Recht darauf zu erfahren, was hinter den Kulissen gesprochen wird.“

Demo für das ehrbare Team rund um Julian Assange. (Foto: T-Shirt)

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Demonstration für Team Julian Assange (Wikileaks)
Ort: Wien 1, Schwarzenbergplatz
Datum: 22. Dezember 2010
Beginn: 18 Uhr (beim Hochstrahlbrunnen/Russendenkmal)

Marcus J. Oswald (Ressort: Termindienst)

Nationalrat Gerhard Huber klagt „NEWS“

Posted in Termindienst by Pangloss on 8. Oktober 2010

NR Gerhard Huber, im Bild links Außen, auf einer Reise in Buthan, klagt das Magazin NEWS. (Foto: privat)

(Wien, im Oktober 2010) Der Nationalrat Gerhard HUBER aus Lienz in Osttirol ist derzeit in Mediensachen am Landesgericht Wien aktiv. Er klagt NEWS. Noch ist nicht klar, worum es geht. Es stehen drei Dinge zur Auswahl:

Die ganz alte Geschichte. 2009 war der Herausgeber dieses Journals drei Stunden beim Nationalrat in seinem Büro im Parlament, um sich persönliche Aufklärung darüber einzuholen, dass an der Anzeige gegen ihn nichts dran ist. Gegen den Abgeordneten zum Nationalrat liefen im Oktober 2009 Ermittlungen durch das Bundeskriminalamt. Dem Abgeordneten wurde kurzfristig die Immunität entzogen. Er stellte seine Mitgliedschaft im BZÖ-Klub vor den damaligen Oberösterreich- und Vorarlberg-Wahlen ordnungsgemäß ruhend und war mehrere Monate „wilder Abgeordneter“. Als Hauptbelastungszeuge gegen den Abgeordneten traten ein tätowierter Burschenschafter und Türsteher auf, sowie ein als V-Mann agierender frühpensionierter Polizist, der sich im Burgenland als Detektiv verdingt, weil dort die Lizenzen um ein Zehnfaches billiger zu haben sind als in Wien. Man wollte etwas gegen den Nationalrat finden. Doch der fünffache Familienvater beteuerte in einem langen Gespräch mit dem Herausgeber seine Schuldlosigkeit. Es ging um zahlreiche, verwirrend klingende Dinge, etwa, dass sich türkischsprachige Unterlagen der Kontrollbank im Ermittlungsakt befinden, dass der glücklich verheiratete Familienvater eine Liebschaft mit einer Asylwerberin haben solle, dass er Essigsäureanhydrid nach Österreich schmuggeln solle, mit dem nebenbei Heroin aufbereitet werden kann oder, dass er Läger und Hallen für gefälschte Textilmarkenware unterhalte. Er wusste von dem allem nichts und seine Darstellungen klangen überzeugend. Die Vorwürfe kamen alle aus einer Ecke, von einer verfeindeten Burschenschaft im 8. Wiener Bezirk. Darum wird es aber nicht in der Medienklage gehen, denn die Vorwürfe standen nicht in „NEWS“, sondern in „PROFIL“, das dem geschassten Burschenschafter und Ex-Praktikanten des Abgeordneten, Jochen L., Platz zur Darstellung gab.

Um diese Falllage geht es in der Medienklage nicht. (Foto: Akt)

Es gibt eine zweite Variante, worum es in der Medienklage gegen „NEWS“ gehen könnte. So brachte das Unterhaltungsmagazin des Herausgebers Oliver Voigt kürzlich eine „Analyse“ der „sozialen Netzwerke der Nationalratsabgeordneten“. Bisher waren nur die obligaten Listen der „faulsten Abgeordneten“ in der Illustrierten nachzulesen. Diesmal malte „NEWS“ Diagramme auf und behauptete, dass Gerhard Huber derjenige Abgeordnete sei, der das „kleinste soziale Netzwerk aller Abgeordneten“ habe. Indirekter Vorwurf: Wer keine Lobbyisten im Hintergrund hat, ist faul. Man wird sich überraschen lassen, ob Gerhard Huber dagegen Klage erhob.

Die dritte Variante ist nicht unmöglich: Kürzlich brachte abermals die Raiffeisen-Zeitung des selbsternannten Journalisten-Dandies Christian Rainer, „PROFIL“, einen Bericht, wonach Gerhard Huber in einem Bezirkswahlkampf in Lienz Leute für eine Unterstützung angesprochen habe. Teilweise war deren Unterschrift in die Unterstützungsliste aber wertlos, da einige Unterzeichner keinen Wohnsitz im Bezirk Lienz hatten. Daraus machte die Raiffeisen-Zeitschrift „PROFIL“ das Thema, dass Vorsatz vorläge und der Nationalrat gezielt Leute zur Unterschrift in die Liste ausgewählt hätte, die keinen Wohnsitz im Wahlbezirk hätten. Man unterstellte ihm „Wahlbetrug“ im Vorsatz. Das ist natürlich absurd und realitätsfern von den klugen „Enthüllungsjournalisten“ des „PROFIL“, da bei Unterstützunglisten immer welche dabei sind, die am Ende herausfallen, weil die Eckdaten nicht stimmen. Der Herausgeber hat – nebenbei – auch kürzlich eine Kleinpartei im 20. Bezirk per Unterschrift unterstützt, doch er wohnt im 9. Bezirk. Daher fällt seine Stimme am Ende heraus. Das kann geschehen.

Diese drei Optionen stehen für eine Medienklage offen: Der alte Hut mit dem Verschlussakt, in dem Burschenschafter und pensionierte Polizisten eine Allianz eingingen (2009). Der Bericht über mangelnde soziale Vernetzung in „NEWS“, der indirekt Faulheit unterstellt. Der Bericht in „PROFIL“, der Wahlbetrug im Vorsatz unterstellt und Irrtum ausschließt. Man darf gespannt und wird vor Ort sein.

  • 14 Oktober 2010, 13 Uhr 30, Saal 306. § 6 MedienG (Üble Nachrede)
    Geschäftszahl: 113 Hv 95/10h
    Richterin: Mag. Gerald WAGNER
    ASt: Gerhard HUBER (Nationalratsabgeordneter des BZÖ in Wien)
    AStV: RAe BERGER, SAURER, ZÖCHBAUER (auch: Verlagsanwalt der Zeitungsgruppe „Österreich“)
    AG: Verlag NEWS
    AGV: RA Dr. Hubert SIMON

Marcus J. Oswald (Ressort: Termindienst)

Ex-General Vladimir Zagorec klagt APA

Posted in Medienrecht, Termindienst by Pangloss on 25. September 2010

Medienrecht.

(Wien, im September 2010) Der ehemalige General der kroatischen Armee Vladimir Zagorec, der 2009 zu sieben Jahren Haft in seinem Heimatland verurteilt wurde, klagt am 27. September 2010 am Landesgericht Wien die Austria Presse Agentur (APA).

  • 27. September 2010, 11 Uhr 30, Saal 311. § 6 MedienG (Üble Nachrede)
    Geschäftszahl: 111 Hv 07/10h
    Richterin: Mag. Birgit SCHNEIDER
    ASt: Vladimir ZAGOREC (Ex-General der kroatischen Armee)
    AStV: RA Dr. Albrecht HALLER (1090 Wien)
    AG: Austria Presse Agentur (APA)
    AGV: RAe FREIMÜLLER, OBEREDER, PILZ

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Das Verfahren betrifft einen Artikel, den die Austria Presse Agentur verfasst hatte und in dem der ehemalige General der kroatischen Armee und stellvertretende Verteidigungsminister als „Kriegsverbrecher“ verzeichnet wurde. Das klagte General Zagorec über seinen Wiener Anwalt Albrecht Haller, Garnisongasse 7, 1090 Wien ein. Das Entschädigungsverfahren endete mit einem Unterlassungsvergleich „quer“ über drei Verfahren (zwei am Landesgericht für Strafsachen Wien, eines am HG Wien): In diesem Rahmen musste die APA den Widerruf vornehmen.

Das Medienverfahren erbrachte also einen gerichtlichen Vergleich und Rückzieher der APA: Der Widerruf der Bezeichnung „Kriegsverbrecher“ wurde bereits am Portal APA DeFacto veröffentlicht.

Dipl. Ing. Vladimir Zagorec klagte erfolgreich die Austria Presse Agentur. Diese darf nicht mehr verbreiten, der Ex-General der kroatischen Armee sei ein Kriegsverbrecher. (Foto: Widerruf der APA, 20. September 2010)

Marcus J. Oswald (Ressort: Termindienst, Medienrecht)

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