Medien und Kritik – Das Online Magazin

Stadt Wien vergibt Content Awards 2011 für Ideen

Posted in ausgerufen, Preise by Pangloss on 15. Juni 2011

Wer Kreatives in der Schublade hat, sollte diese jetzt öffnen. Die Stadt Wien schreibt bis 13. September 2011 den Content Awards 2011 aus. (Foto: Plakat zur Veranstaltung 2011)

(Wien, im Juni 2011) Einen „Content Award 2011“ schreibt die Stadt Wien, genauer die Subunternehmung „ZIT – Die Technologieagentur der Stadt Wien GmbH“, aus. Das Preisgeld beträgt in jeder Kategorie 5.000 Euro. Unter dem Schirm der Wiener Vizebürgermeisterin Renate Brauner will man der Kreativwirtschaft damit einen Impuls und Arschtritt geben, mit ihren Erfindungen und Tüfteleien nach Außen zu treten und diese vorzuzeigen.

Drei Monate Einreichfrist

Am 9. Juni 2011 begann die Einreichfrist, die bis 13. September 2011 läuft. Dann wird ausgewertet (Juroren) und am 24. November 2011 veranstaltet die Stadt Wien von 9 Uhr bis 18 Uhr eine eintägige „Content Award Conference“ im Media Quarter Marx, Karl Farkas Gasse 18, 1030 Wien. Also im Heiligen Schlachthof von Wien.

Die Veranstaltung findet zum dritten Male statt. Auch heuer gibt es die bewährten Kategorien:

  • Games
  • Apps
  • Shorts
  • Visuals
  • Open
  • Fem Power
  • Open Data
  • Charakters

In jeder Kategorie schüttet die ZIT GmbH 5.000 Euro an die Sieger aus (in Summe: 40.000 Euro Preisgeld). Daneben gibt es vier „Partnerpreise“ in gleicher Höhe, vergeben durch die Wirtschaftsagentur Wien, Wiener Stadtwerke, Wien Holding und Stadtentwicklungsagentur. Außerdem ist bei der Marx Media Holding ein Gutschein in der Höhe von 10.000 Euro zu holen, der bei der Marx Media Holding einzulösen ist: Für technischen Geräteentleih beim Folgeprojekt. Denn vielfach entfaltet sich die Kreativität deswegen nicht, weil nicht die entsprechenden Geräte zur Verfügung stehen.

Content (is king), Archive (is reign), Gaming (is fun) and App (is useful)

„Content is king“ – das war der Leitspruch jener, die das Ende der 90-er miterlebt hatten, als plötzlich um 1995 ein merkwürdiges Massenmedium namens „Internet“ auftauchte. Ende der 90-er wollte jeder dabei sein und manche wollten damit verdienen. Es herrschte Goldgräberstimmung im Wohnzimmer. 2002 platzte die Internetblase. Viele Unternehmen sperrten wieder zu. Zehn Jahre später, hier und heute, ist man immer noch der grundlegenden Ansicht, dass „content king“ ist, aber schon damals gab es angesichts der Datenmassen eine Erweiterung des Satzes: Archivmenschen verlangten nach Ergänzungen. Sie sagten: „Content is king, but archive is reign.“ (Inhalt ist König, aber das Archiv ist die wahre Herrschaft.)

Heute erlebt man weitere Ergänzungen. Die Gamesproduzenten beliefern den Weltmarkt für jugendliche Endnutzer und die Apps den Weltmarkt für Smart- und I-Phones-Besitzer. Die multimediale Welt erlebt eineinhalb Jahrzehnte nach Ausbreitung des Webs einen neuerlichen Höhepunkt.

Das könnte auch in Wien so sein, wo so mancher etwas in der Schublade liegen hat. Bis 13. September 2011 sollten diese Schubladen geöffnet werden.

Zur Preis-Webseite der ZIT (Stadt Wien) geht es hier.

Promo-Video:

ContentAward Vienna 2011 – Trailer from Content Award Vienna 2010 on Vimeo.

Marcus J. Oswald (Ressort: Preise, ausgerufen)

Atomar – Niederösterreichischer Journalistenpreis ausgeschrieben

Posted in ausgerufen, Preise by Pangloss on 26. Mai 2011

Niederösterreichischer Journalistenverein lobt prächtigen Preis aus. (Foto: Logo Verein)

(Wien, im Mai 2011) Der „Verein zur Förderung des Journalismus in Niederösterreich“ vergibt zum dritten Mal einen Preis. Einsendeschluss ist der 15. Juni 2011. Das Thema dieses Jahr: „Die Atomkastrophe in Japan: Stromstoß für die Energiedebatte – Konsequenzen für Niederösterreich“.

Mitmachen ist an Bedingungen geknüpft: Alter unter 30 oder bis zu fünf Jahre Berufserfahrung. Man ist nicht an bestimmte Formate gebunden. Möglich sind: Reportagen, Features, Kommentare, einfache Artikel oder filmische Beiträge. Die Preise sind großzügig ausgestattet: Der erste Preisträger erhält 8.000 Euro, Platz zwei 4.000 Euro und der dritte Platz 2.000 Euro.

Vereinssitz in Krems – prominent besetzt

Der Niederösterreichische Journalistenverein mit Sitz in Krems hat einen überaus prominent besetzten Vorstand: Obmann ist Johannes Coreth, sein Stellvertreter aber schon der Chef der Niederösterreichischen Raiffeisenbank Erwin Hamedseder (zugleich auch Obmann des Vereins „Kuratorium Sicheres Österreich“ KSÖ). Weitere Organe sind der 2. Obmann-Stellvertreter Harald Knabl, zugleich Chefredakteur der „Niederösterreichischen Nachrichten“, 3. Obmann-Stellvertreter ist der Kaufmännische Direktor des ORF Gerald Grasl, vormals Chefredakteur des ORF-NÖ. Harald Knabl ist zugleich Kassier im Verein, dessen Kassier-Stellvertreter ist Michael Jäger, der zweite Chefredakteur im „Kurier“. In weiteren Funktionen sind Hubert Schultes, der General der Niederösterreichischen Versicherung als 2. Kassier-Stellvertreter, Norbert Gollinger als Schriftführer und Stefan Zach als dessen Stellvertreter tätig.

Die Unterstützerfirmen dieses Vereins sind ebenso mehr als namhaft und reichen vom Raiffeisen-Konzern über die Raiffeisen-Tochter Agrana, EVN, Flughafen, Hypo NÖ, Novomatic, Lotterien und NÖ Versicherung. Diese zahlen das Preisgeld und veranstalten die Verleihung.

Masterplan Energiewende

Jetzt sucht man nur noch qualifizierte Einsendungen. Das Thema lautet Atom und Energiewende. Man erwartet sich Denkanstöße und es kann gut möglich sein, dass ein Preisträger dann in die Abteilung Unternehmens-PR vom Fleck weg engagiert wird. Die diesjährige Themenstellung hat mehrere Hintergründe.

So gibt es zum Beispiel im Marchfeld im Raum Gänserndorf einen großen Gasspeicher, den die Firma EconGas betreibt. Daran beteiligt sind die OMV und ein Partner des Journalistenvereins – die EVN. 2010 vertrieb die EconGas im Direktverkauf an Unternehmen mit mehr als 500.000 Kubikmeter Jahresverbrauch von dort rund 10 Milliarden Kubikmeter Gas und setzte damit 2.5 Mrd. Euro um. Ein gutes Fünftel dieser Verkaufsmenge wird im Marchfeld gespeichert – eine Art Goldreserve für einen harten österreichischen Winter. Würde alles zusammenbrechen, hat man auf Lager ein Fünftel des Jahresverbrauchs. Gas ist ein beständiger Rohstoff. Die weltweiten Gasreserven reichen noch weit über 60 Jahre, ist man bei der OMV überzeugt. Dennoch lebt man bei der OMV im Widerspruch zur Atomkraft, die als „saubere“ (aber gefährliche) Energiequelle gilt.

Ein weiterer Vereinspartner – die Raiffeisenbank – ist ebenso nicht ganz desinteressiert an neuen Denkansätzen. Die Raiffeisenbank wird in Ebensee (OÖ) das erste Pumpkraftwerk mit Wasser aus dem Traunsee bauen, das Genehmigungsverfahren läuft seit einem Jahr unter Bürgerbeteiligung der regionalen Bevölkerung durch Landeshauptmann Josef Pühringer. Besieht man sich das Projekt, wie es die OÖN einmal ausführlich beschrieben hat, ist es in der Tat so faszinierend wie die Mondlandung: Es wird Wasser aus dem Traunsee durch Rohre auf den gegenüberliegenden Berg hochgepumpt und in Salzstollen gespeichert. Je nach Energiebedarf wird es über Rohre wieder fallengelassen und erzeugt dann durch Turbinen Energie. Beteiligt am Projekt ist auch Salinen-Chef Hannes Androsch, den erneuerbare Energie entzückt. Nun haben auch die NÖ. Raiffeisenbank und Landeshauptmann Erwin Pröll Blut geleckt. Sie wollen in Niederösterreich ebenso ein „grünes“ Pumpkraftwerk bauen. Finanzieren wird es die Raiffeisenbank, die die Energiewirtschaft mit Krediten finanzieren will.

Perspektivisches Denken

Der Niederösterreichische Journalistenpreis hat also Tragweite. Das diesjährige Thema ist kein Schönwetterthema, sondern ein ernstes, das sich mit dem Thema Nachhaltigkeit, dem Modewort dieser Jahre befasst. Das Atom in Japan und der verseuchte Reaktor sind nur Aufhänger. Es geht auch nicht um sauren Regen oder Fischerl in der Dose aus dem atomverseuchten Meer. Die Auslober sind gescheit genug, dass sie wissen, dass das Meer immer dreckig war. Nicht erst seit Fukushima. Sondern es geht um eine Energiewende, die Österreich energieautark machen soll, wie es übrigens auch im Regierungsabkommen der Kanzlerschaft Faymann/Spindelegger bis 2050 geplant ist. Das ist das Metathema des Journalistenpreises. Der Herausgeber dieser Seite ist für das Mitmachen leider zu alt. Es müssen Jüngere ran.

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Zur Auslobung des 3. NÖ Journalisten-Preises: Zu den Teilnahmebedingungen  (pdf, 193 kb)

Der Verein vergibt für 2011 wieder Journalisten-Stipendien: Zu den Kriterien (pdf, 183 kb)

Marcus J. Oswald (Ressort: Preise, ausgerufen)

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