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Atomar – Niederösterreichischer Journalistenpreis ausgeschrieben

Posted in ausgerufen, Preise by Pangloss on 26. Mai 2011

Niederösterreichischer Journalistenverein lobt prächtigen Preis aus. (Foto: Logo Verein)

(Wien, im Mai 2011) Der „Verein zur Förderung des Journalismus in Niederösterreich“ vergibt zum dritten Mal einen Preis. Einsendeschluss ist der 15. Juni 2011. Das Thema dieses Jahr: „Die Atomkastrophe in Japan: Stromstoß für die Energiedebatte – Konsequenzen für Niederösterreich“.

Mitmachen ist an Bedingungen geknüpft: Alter unter 30 oder bis zu fünf Jahre Berufserfahrung. Man ist nicht an bestimmte Formate gebunden. Möglich sind: Reportagen, Features, Kommentare, einfache Artikel oder filmische Beiträge. Die Preise sind großzügig ausgestattet: Der erste Preisträger erhält 8.000 Euro, Platz zwei 4.000 Euro und der dritte Platz 2.000 Euro.

Vereinssitz in Krems – prominent besetzt

Der Niederösterreichische Journalistenverein mit Sitz in Krems hat einen überaus prominent besetzten Vorstand: Obmann ist Johannes Coreth, sein Stellvertreter aber schon der Chef der Niederösterreichischen Raiffeisenbank Erwin Hamedseder (zugleich auch Obmann des Vereins „Kuratorium Sicheres Österreich“ KSÖ). Weitere Organe sind der 2. Obmann-Stellvertreter Harald Knabl, zugleich Chefredakteur der „Niederösterreichischen Nachrichten“, 3. Obmann-Stellvertreter ist der Kaufmännische Direktor des ORF Gerald Grasl, vormals Chefredakteur des ORF-NÖ. Harald Knabl ist zugleich Kassier im Verein, dessen Kassier-Stellvertreter ist Michael Jäger, der zweite Chefredakteur im „Kurier“. In weiteren Funktionen sind Hubert Schultes, der General der Niederösterreichischen Versicherung als 2. Kassier-Stellvertreter, Norbert Gollinger als Schriftführer und Stefan Zach als dessen Stellvertreter tätig.

Die Unterstützerfirmen dieses Vereins sind ebenso mehr als namhaft und reichen vom Raiffeisen-Konzern über die Raiffeisen-Tochter Agrana, EVN, Flughafen, Hypo NÖ, Novomatic, Lotterien und NÖ Versicherung. Diese zahlen das Preisgeld und veranstalten die Verleihung.

Masterplan Energiewende

Jetzt sucht man nur noch qualifizierte Einsendungen. Das Thema lautet Atom und Energiewende. Man erwartet sich Denkanstöße und es kann gut möglich sein, dass ein Preisträger dann in die Abteilung Unternehmens-PR vom Fleck weg engagiert wird. Die diesjährige Themenstellung hat mehrere Hintergründe.

So gibt es zum Beispiel im Marchfeld im Raum Gänserndorf einen großen Gasspeicher, den die Firma EconGas betreibt. Daran beteiligt sind die OMV und ein Partner des Journalistenvereins – die EVN. 2010 vertrieb die EconGas im Direktverkauf an Unternehmen mit mehr als 500.000 Kubikmeter Jahresverbrauch von dort rund 10 Milliarden Kubikmeter Gas und setzte damit 2.5 Mrd. Euro um. Ein gutes Fünftel dieser Verkaufsmenge wird im Marchfeld gespeichert – eine Art Goldreserve für einen harten österreichischen Winter. Würde alles zusammenbrechen, hat man auf Lager ein Fünftel des Jahresverbrauchs. Gas ist ein beständiger Rohstoff. Die weltweiten Gasreserven reichen noch weit über 60 Jahre, ist man bei der OMV überzeugt. Dennoch lebt man bei der OMV im Widerspruch zur Atomkraft, die als „saubere“ (aber gefährliche) Energiequelle gilt.

Ein weiterer Vereinspartner – die Raiffeisenbank – ist ebenso nicht ganz desinteressiert an neuen Denkansätzen. Die Raiffeisenbank wird in Ebensee (OÖ) das erste Pumpkraftwerk mit Wasser aus dem Traunsee bauen, das Genehmigungsverfahren läuft seit einem Jahr unter Bürgerbeteiligung der regionalen Bevölkerung durch Landeshauptmann Josef Pühringer. Besieht man sich das Projekt, wie es die OÖN einmal ausführlich beschrieben hat, ist es in der Tat so faszinierend wie die Mondlandung: Es wird Wasser aus dem Traunsee durch Rohre auf den gegenüberliegenden Berg hochgepumpt und in Salzstollen gespeichert. Je nach Energiebedarf wird es über Rohre wieder fallengelassen und erzeugt dann durch Turbinen Energie. Beteiligt am Projekt ist auch Salinen-Chef Hannes Androsch, den erneuerbare Energie entzückt. Nun haben auch die NÖ. Raiffeisenbank und Landeshauptmann Erwin Pröll Blut geleckt. Sie wollen in Niederösterreich ebenso ein „grünes“ Pumpkraftwerk bauen. Finanzieren wird es die Raiffeisenbank, die die Energiewirtschaft mit Krediten finanzieren will.

Perspektivisches Denken

Der Niederösterreichische Journalistenpreis hat also Tragweite. Das diesjährige Thema ist kein Schönwetterthema, sondern ein ernstes, das sich mit dem Thema Nachhaltigkeit, dem Modewort dieser Jahre befasst. Das Atom in Japan und der verseuchte Reaktor sind nur Aufhänger. Es geht auch nicht um sauren Regen oder Fischerl in der Dose aus dem atomverseuchten Meer. Die Auslober sind gescheit genug, dass sie wissen, dass das Meer immer dreckig war. Nicht erst seit Fukushima. Sondern es geht um eine Energiewende, die Österreich energieautark machen soll, wie es übrigens auch im Regierungsabkommen der Kanzlerschaft Faymann/Spindelegger bis 2050 geplant ist. Das ist das Metathema des Journalistenpreises. Der Herausgeber dieser Seite ist für das Mitmachen leider zu alt. Es müssen Jüngere ran.

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Zur Auslobung des 3. NÖ Journalisten-Preises: Zu den Teilnahmebedingungen  (pdf, 193 kb)

Der Verein vergibt für 2011 wieder Journalisten-Stipendien: Zu den Kriterien (pdf, 183 kb)

Marcus J. Oswald (Ressort: Preise, ausgerufen)

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