Medien und Kritik – Das Online Magazin

Noah Falk auf Vaters Spuren – Werbefreies Fernsehen

Posted in Innovationen by Pangloss on 26. Oktober 2010

Der Sohn von Kurt Falk und der Herausgeber dieser Seite sind gleich alt: Der Unterschied liegt in 300 Millionen Euro Vermögen. Nun hat der Erbe einen Videorecorder auf den Markt gebracht.

(Wien, im Oktober 2010) Sein Vater war ein Genie. Er beschäftigte den Herausgeber dieser Seiten nie. Mehrere Bewerbungen in der „Ganzen Woche“, noch früher an die „Täglich Alles“, blieben unbeantwortet. Der Vater gehörte zu den drei Personen in Österreich, für die der Herausgeber dieser Seiten immer arbeiten wollte. Nicht wegen des Geldes, sondern wegen der Leidenschaft. Es sollte nicht sein.

Er hatte zwei Söhne: Samuel und Noah. Diesen vermachte er sein Vermögen von geschätzten 650 Millionen Euro, als er im Jahr 2005 plötzlich starb. Er hinterließ – medientechnisch gesprochen – Großes.

Die Söhne

Man wusste lange nicht, wie Samuel und Noah aussehen. Es gab nie private Fotos von den beiden, was wohl mit dem gigantischen Vermögen des Vaters zu tun hat. Nun weiß man zumindest, wie Noah aussieht: Er hat Schneid. Aber auch etwas um die Rippen.

Noah zeigt sich nun offensiv mit seinem neuen, von ihm erfundenen Produkt. Es heißt „Big Blue“. Es ist ein digitaler Festplattenrecorder für den Endverbraucher-Haushalt. Damit kann man – hat man Satellitenschüssel – TV-Sendungen aufnehmen.

Die Werbung

Zurück zum Vater. Kurt Falk wurde mit dieser Legende bekannt und berüchtigt: „Coca Cola“ wollte die große Werbeplattform seiner Wochenzeitung „Ganze Woche“ nutzen und eine lange Inseratenserie schalten (man sagt zwölf Teile über das ganze Jahr). Das Volumen machte bei einem Inseratenseitentarif in der „GW“ von rund 40.000 Euro immerhin eine halbe Million Euro Schaltvolumen bei diesem Kunden aus. Doch Kurt Falk war dagegen. Er soll getobt haben, dass sich „Coca Cola“ erdreistet bei ihm zu inserieren. Er rief umgehend dort an und sagte der Produktmanagerin, was er von diesem „Gesöff“ halte: Nichts. Daraufhin ließ er die Cola-Automaten aus dem Verlagshaus „Arche Noah“ entfernen.

Der Videorecorder

Noah Falk hat einen Videorecorder entwickeln lassen. Dieser schneidet die Werbepassagen automatisch heraus. Das ist das Besondere am Gerät. Die Werbebranche ist skeptisch, geht es in der TV-Werbung doch gerade darum, dass die Werbung gesehen wird. Kaufanreize sollen entstehen, Zuschauer zu Block und Kuli greifen und morgen ins Geschäft gehen. Noah Falk ist dagegen.

Big Blue - Eine Erfindung von Noah Falk. (Foto: Logo)

Die erste Tranche ist versandfertig: 1.000 Geräte von „Big Blue“ stehen bereit. Das Stück kostet 298 Euro. Es wird fürs Erste im hauseigenen Medium in der Heiligenstädterstraße in Wien-Döbling beworben: Die Ganze Woche.

Damit man die ganze Woche Filme aus dem Fernsehen aufnehmen und werbefrei konsumieren kann. Auf der Festplatte stehen 500 GB zur Verfügung. Die Werbepausen werden sekundengenau ausgeblendet. Die seit Frühjahr 2008 nötige ORF-Digitalkarte ist eingebaut.

www.big-blue.at

Marcus J. Oswald (Ressort: Innovationen)

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: