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Fall Hollabrunn – Kronen Zeitung mit Bildverwechslung – Falscher Täter in Montagausgabe

Posted in Kronen Zeitung by Pangloss on 22. Dezember 2009

Walter Vogel, wie so oft in Begleitung einer hübschen Frau, die nicht die seine ist. (Foto: Marcus J. Oswald)

(Wien/Korneuburg, im Dezember 2009) Zunächst einmal stieß der Artikel über den Fall Hollabrunn dem Leser mächtig auf. Wenn in der Montag-Ausgabe der „Kronen Zeitung“ (21. Dezember 2009) die Anwältin Kristina Köck sagen darf, dass die beim Schussattentat zu Tode gekommene Rechtspflegerin „eine Freundin“ von ihr war, lässt das tief in die Gewaltenteilung im österreichischen Rechtsstaat blicken.

Ein Rechtspfleger hat „Richterstatus“ und wenn eine Anwältin sagt, dass eine Richterin eine „Freundin“ zu ihr ist, muss man sich vor solchen Seilschaften in Acht nehmen.

Mann mit Hut nicht gleich Mann mit Hut

Es geschah dem Krone-Journalisten Christoph Matzl aber noch ein Fehler, der etwas Schwerer wiegt. Man präsentierte ein Foto eines Mannes mit Hut. Dieser Mann mit Hut ist aber nicht der Schütze im Bezirksgericht Johann Peter Preiss, sondern Walter „Diego“ Vogel. Dieser ist nun empört, dass er im Umfeld des Tötungsgeschehens gezeigt wird.

Walter Diego Vogel am Nationalfeiertag 2008 vor dem Casino Wien. (Foto: Marcus J. Oswald)

Wer ist Walter „Diego“ Vogel? Nur die wenigsten kennen ihn. Das Journal war eine Zeitlang öfter mit ihm aus: Bei der Eröffnung der Langen Nacht der Museen (2008) im VIP Bereich, im Leopold Museum, einmal im Casino Wien Kärntnerstraße bei einer Vernissage. Walter Vogel ist vor allem: Ein Adabei. Er ist zweitens ein Erbe eines Kleinunternehmens, das Tatortkoffer zusammenstellt und weltweit exportiert. Er ist drittens durchaus wohlhabend – aus dem Erbe der väterlichen Firma. Er ist ferner viertens massiver Geschädigter durch die Lehmann Brothers (160 Jahre Staatsbank in den USA und dann Exitus, er verlor 150.000 Euro allein bei angeblich sicheren „Staatsanleihen“), durch Julius Meinl MEL und AWD – in Summe 2008 rund 600.000 Euro verloren. Er ist fünftens deshalb aber nicht traurig, weil er noch immer etwas auf der Seite hat. Er ist sechstens ein Womanizer, der stets mit hübschen, durchaus auch russischen Begleiterinnen unterwegs ist. Er ist siebtens ein wandelndes Lexikon, der viel weiß und gesprächig ist und er ist achtens nun sehr, sehr böse auf die „Kronen Zeitung“, da er in falschem Zusammenhang genannt wurde und plötzlich als „Mörder“ dasteht. Er will das Kleinformat klagen.

Walter Diego Vogel trägt zwar wie viele Leute in der Kunstbranche einen Hut, ist aber deswegen nicht mit Johann Peter Preiss zu verwechseln.
(Foto: Unbekannte am 26. Oktober 2008, 23 Uhr 27)

Der Mann, der in Favoriten wohnt und aus gutem Grund einen eleganten Hut trägt, hat nun durchaus Aussichten auf eine Entschädigung. Man wird sehen, wie er sich mit der Zeitung einigt.

Bei weiterem Interesse:
Der „Kronen Zeitung“-Artikel vom 21. Dezember 2009 (Scan, 2x DIN A 4) – mit falschem Täterbild

und

Der wirkliche Johann Peter Preiss.

+++

Recommended:
Ehre von Walter Diego Vogel wiederhergestellt – KRONE verurteilt – 15.000 Euro Schadenersatz
(1. September 2009)

Marcus J. Oswald (Ressort: Kronen Zeitung)

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